Dosierung bei Niereninsuffizienz
Mycophenolsäure
 
Q0 * ≥ 0.7 [1-4]
HWZ ** 17 h [1-4]
Allgemeines Bei Nierentransplantationspatienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 25 ml/min x 1,73 m2) sind außerhalb der unmittelbaren postoperativen Periode Dosen von mehr als 1 g zweimal täglich zu vermeiden. Bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des Nierentransplantats nach der Operation ist keine Anpassung der Dosis erforderlich.
UAW an der Niere und Harnwegen Mycophenolsäure kann anormale Nierenfunktion, erhöhte Kreatinin- und Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN)-Werte (Häufigkeit 1 - 10 %) verursachen.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Mycophenolsäure hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
 
Referenzen
  1. Bullingham RE, Nicholls AJ, Kamm BR. Clinical pharmacokinetics of mycophenolate mofetil. Clin Pharmacokinet 1998;34:429-55.
  2. Fachinformation CellCept® 500 mg Tabletten, Stand Oktober 2002
  3. Johnson HJ, Swan SK, Heim-Duthoy KL, Nicholls AJ, Tsina I, Tarnowski T. The pharmacokinetics of a single oral dose of mycophenolate mofetil in patients with varying degrees of renal function. Clin Pharmacol Ther 1998;63:512-8.
  4. Mycophenolate mofetil. Stand der Information: 9/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011