Dosierung bei Niereninsuffizienz
Mirtazapin
 
Q0 * etwa 0.5 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [1]
HWZ ** 32 h [1,2]
Aktive Metaboliten Desmethylmirtazapin (HWZ: 25 h) [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [2].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Keine bekannt [2].
Studien bei Niereninsuffizienz In Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) war die Halbwertszeit von 32.8 auf 42 Stunden verlängert und die Mirtazapin-Clearance auf etwa 50% reduziert [1,2].
In einem Fallbericht wurde eine Dialyse-Patientin initial mit 15 mg, im Verlauf mit 30 mg Mirtazapin pro Tag behandelt. Es wurden keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen berichtet. Eine Elimination von Mirtazapin und Desmethylmirtazapin durch Hämodialyse war nicht nachweisbar [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit einer GFR von 11-<40 ml/min sind etwa 50% höhere Mirtazapin Konzentrationen zu erwarten, so dass eine Dosisreduktion erwogen werden sollte.
Bei Patienten mit einer GFR von ≤ 10 ml/min sollte die Dosis auf die Hälfte reduziert werden.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Mirtazapin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Bengtsson F, Höglund P, Timmer C, et al.. Mirtazapine oral single dose kinetics in patients with different degrees of renal failure. Hum Psychopharm 1998;13:357-65.
  2. Fachinformation Remergil, Stand Mai 2011
 
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Letzte Aktualisierung: 10.04.2012