Dosierung bei Niereninsuffizienz
Midazolam
 
Q0 * 1 [1-5]
HWZ ** 2.5 h In der Literatur werden Werte zwischen 1.5 und 6 h aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ [1-5].
Allgemeines Konjugate des aktiven Metaboliten alpha-Hydroxy-Midazolam können auch nach kurzer Midazolam-Verabreichung zu langanhaltender Sedation führen, sofern die Nierenfunktion wesentlich eingeschränkt ist (Kreatinin-Clearance < 10ml/min). Bei solchen Patienten sollten deshalb nur Einzeldosen verabreicht werden.
Aktive Metaboliten alpha-Hydroxymidazolam
HWZ: etwa 1 h
Aktivität: Ist etwa für ein Drittel der Wirkung des oral verabreichten Midazolams verantwortlich.
Konzentration: Etwa 30 - 50 % der Plasmakonzentration von Midazolam.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Midazolam hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
 
Referenzen
  1. Bauer TM, Ritz R, Haberthur C, Ha HR, Hunkeler W, Sleight AJ, Scollo-Lavizzari G, Haefeli WE. Prolonged sedation due to accumulation of conjugated metabolites of midazolam. Lancet 1995;346:145-7.
  2. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  3. Fachinformation Dormicum 7,5 Lacktabletten, Stand Oktober 2001
  4. Midazolam. Stand der Information: 6/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  5. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011