Dosierung bei Niereninsuffizienz
Atazanavir
 
Q0 * 0.9 [1-3]
HWZ ** 6.4 h [3]
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Nierensteine, Hämaturie, Proteinurie, Pollakisurie
Selten: Nierenschmerzen [1,2]
Mehrere Fälle von reversibler akuter interstitieller Nephritis mit Nierenfunktionseinschränkung wurden beschrieben [3,4].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (ohne Hämodialyse) war die Exposition um 19% erhöht. Bei Dialysepatienten war die Exposition im Vergleich zu Nierengesunden verringert [4]. Die Elimination von Atazanavir durch Hämodialyse ist gering [1-3,5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Atazanavir hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
Bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz sollte Atazanavir nicht gegeben werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Reyataz®, Stand März 2011
  2. Reyataz® Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz®. Stand Juli 2010.
  3. FDA Drug Label Reyataz®, Stand Februar 2011.
  4. Schmid S, Opravil M, Moddel M, Huber M, Pfammatter R, Keusch G, Ambuhl P, Wuthrich RP, Moch H, Varga Z. Acute interstitial nephritis of HIV-positive patients under atazanavir and tenofovir therapy in a retrospective analysis of kidney biopsies. Virchows Archiv 2007;450:665-70
  5. Izzedine H, Launay-Vacher V, Peytavin G, Valantin MA, Deray G. Atazanavir: a novel inhibitor of HIV-protease in haemodialysis. Nephrol Dial Transplant 2005;20:852-3.
 
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Letzte Aktualisierung: 10.10.2012