Dosierung bei Niereninsuffizienz
Argatroban
 
Q0 * 0.84 [4].
HWZ ** 52 min [1].
Aktive Metaboliten Der primäre Metabolit hat eine deutlich schwächere Antithrombinwirkung als Argatroban [1,4].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich sind Hämaturie und Niereninsuffizienz beschrieben [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bisher keine bekannt [1,4].
Studien bei Niereninsuffizienz Hämodialyse: Argatroban wird nicht wesentlich durch Hämodialyse (High-Flux-Filter) eliminiert [1,2,5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1,4].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Argatroban hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig [1,3,4,6,7]. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Argatra®, Stand Dezember 2009
  2. Tang IY, Cox DS, Patel K, Reddy BV, Nahlik L, Trevino S, Murray PT. Argatroban and renal replacement therapy in patients with heparin-induced thrombocytopenia. Ann Pharmacother 2005;39:231-6.
  3. Swan SK, Hursting MJ. The pharmacokinetics and pharmacodynamics of argatroban: effects of age, gender, and hepatic or renal dysfunction. Pharmacotherapy. 2000;20:318-29.
  4. Argatroban label (NDA 20-883), aufgerufen am 01.12.10 über www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/label/2008/020883s014lbl.pdf
  5. Murray PT, Reddy BV, Grossmann EJ, Hammes MS, Trevino S, Ferrell J, et al. A prospective comparison of three argatroban treatment regimens during hemodialysis in end-stage renal disease. Kidney Int 2006;66:2446-53.
  6. Guzzi LM, McCollum DA, Hursting MJ. Effect of renal function on argatroban therapy in heparin-induced thrombocytopenia. J Thromb Thrombolysis 2006;22:169-76.
  7. Reddy BV. Argatroban use in dialysis patients. Semin Dial 2004;17:73.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 18.02.2011