Dosierung bei Niereninsuffizienz
Maprotilin
 
Q0 * 0.95 [1,2,5]
HWZ ** 40 h Angegeben ist ein Mittelwert. Es finden sich Angaben von 20–58 Stunden [2,5]
Aktive Metaboliten Desmethylmaprotilin, Maprotilin-N-Oxid [5].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr häufig: Miktionsstörungen (erschwertes Wasserlassen, Harnverhaltung) [5].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [5].
In einem Fallbericht wurde über eine 76-jährige Dialysepatientin berichtet, die 6 d nach Beginn mit 75 mg/d einen Tremor entwickelte und nach 9 d einen Herzstillstand hatte. Ein Zusammenhang mit Maprotilin wurde vermutet [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance von 24-37 ml/min) ist die Halbwertszeit kaum beeinträchtigt [5].
Renale Kontraindikation Maprotilin ist bei schweren Nierenfunktionsstörungen kontraindiziert [4,5].
Einzelne Hersteller sprechen lediglich eine Warnung aus.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance > 30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min sollte Maprotilin nicht angewendet werden.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Maguire KP, Norman TR, Burrows GD, Scoggins BA. An evaluation of maprotiline intravenous kinetics and comparison of two oral doses. Eur J Clin Pharmacol 1980;18:249-54.
  3. Fukunishi I, Kitaoka T, Shirai T, Watanabe S. Cardiac arrest caused by maprotiline in an elderly hemodialysis patient. Nephron 1998;78:225.
  4. Fachinformation LUDIOMIL 25mg, Stand September 2016
  5. Ludiomil, Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz, Stand Juni 2012.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2017