Dosierung bei Niereninsuffizienz
Levofloxacin
 
Q0 * 0.23 [1,2]
HWZ ** 7 h [1,2]
UAW an der Niere und Harnwegen Levofloxacin kann gelegentlich erhöhte Serumkreatininwerte und sehr selten akutes Nierenversagen (z. B. durch interstitielle Nephritis) verursachen.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Chronische Niereninsuffizienz ist ein Risikofaktor für Achillessehnen-Ruptur unter Behandlung mit Fluorchinolonen [7].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Fluorchinolone sollten bei chronischer Niereninsuffizienz nur dann verwendet werden, wenn dieses eindeutig indiziert ist und wenn gleichwertige Alternativen nicht zur Verfügung stehen oder mögliche Alternativen vom Patienten nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
Bei schwerkranken Patienten kann folgende Dosierung erwogen werden [3-6]:
- Hämodialyse: Startdosis 500-750 mg; Erhaltungsdosis 250 mg alle 24 h (am Diaysetag nach Dialyse geben)
- Kontinuierliche extrakorporale Nierenersatztherapie mit CVVH(DF): Startdosis 500-750 mg; Erhaltungsdosis 250-750 mg alle 24 h.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Levofloxacin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Levofloxacin. Stand der Information: 6/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  2. Fachinformation Tavanic ® 250/500 mg Filmtabletten, Stand Juli 2003
  3. Czock D, Keller F. Antibiotikadosierung bei Dialysepatienten. Der Nephrologe 2014;9:477-87.
  4. Czock D, Spitaletta M, Keller F. Suboptimal antimicrobial drug exposure in patients with renal impairment. Int J Clin Pharm 2015;37:906-16.
  5. Aronoff GR, Bennett WM, Berns JS, Brier ME, Kasbekar N, Mueller BA, Pasko DA, Smoyer WE. Drug prescribing in renal failure –dosing guidelines for adults and children. 5th edition Philadelphia 2007.
  6. Czock D, Schwenger V, Kindgen-Milles D, Joannidis M, John S, Schmitz M, Jörres A, Zarbock A, Oppert M, Kielstein JT, Willam C. [Dose adjustment of anti-infective drugs in patients with renal failure and renal replacement therapy in intensive care medicine : Recommendations from the renal section of the DGIIN, ÖGIAIN and DIVI]. Med Klin Intensivmed Notfmed 2018;113:384-392.
  7. Godoy-Santos AL, Bruschini H, Cury J, Srougi M, de Cesar-Netto C, Fonseca LF, Maffulli N. Fluoroquinolones and the Risk of Achilles Tendon Disorders: Update on a Neglected Complication. Urology 2018;113:20-25.
 
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Letzte Aktualisierung: 20.11.2018