Dosierung bei Niereninsuffizienz
Lepirudin
 
Q0 * 0.02 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [1-3]
HWZ ** 1.3 h [1,2]
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Laut Hersteller bei Hämodialyse kontraindiziert [1]. Die Halbwertszeit bei Dialysepatienten ist etwa 70 Stunden. Auf Grund des großen Molekulargewichtes von 6980 Dalton ist Lepirudin nur durch high-flux Membranen eliminierbar [3].
Renale Kontraindikation Kontraindiziert bei Kreatinin-Clearancewerten <15ml/min [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Eine Berechnung kann nach Q0 Konzept erfolgen. Die Lepirudindosis muss bei Kreatinin-Clearancewerten von 45-60 ml/min auf 50% reduziert werden, bei Clearancewerten zwischen 30-44 ml/min auf 30%, bei Werten zwischen 15-29 ml/min auf 15%) [1]. Die aPTT sollte mindestens einmal täglich bestimmt werden. Häufigere Bestimmungen können nötig werden, z.B. bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder erhöhtem Blutungsrisiko [4].
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Lepirudin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Refludan 50mg, Stand November 2008
  2. Fischer KG. Hirudin in renal insufficiency. Semin Thromb Hemost 2002;28:467-82.
  3. Steuer S, Boogen C, Plum J, Deppe C, Reinauer H, Grabensee B. Anticoagulation with r-hirudin in a patient with acute renal failure and heparin-induced thrombocytopenia. Nephrol Dial Transplant. 1999;14 Suppl 4:45-7.
  4. Refludan: EPAR - ANHANG I - ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011