Dosierung bei Niereninsuffizienz
Lenalidomid
 
Q0 * 0.15 [1-3]
HWZ ** 4 h [3]
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1,3].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig bis sehr häufig: Nierenversagen (auch akut).
Häufig: Hämaturie, Harnverhalt, Harninkontinenz.
Gelegentlich: Erworbenes Fanconi-Syndrom, renale Tubulusnekrose [3].
Dabei ist offen, ob Lenalidomid tatsächlich Nierenfunktionsstörungen verursacht oder ob die angegebenen UAW durch die Grunderkrankung selbst verursacht sind.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1,3].
Erhöhte Plasmaspiegel können das Risiko für schwerere hämatologische Nebenwirkungen oder eine Hepatotoxizität erhöhen [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Indikation: Multiples Myelom, Mantelzelllymphom
- Kreatinin-Clearance 30-<50 ml/min: 10 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28).
(die Dosis kann nach 2 Zyklen auf 15 mg alle 24 h erhöht werden (an Tagen 1-21 von 28), wenn der Patient nicht auf die Behandlung anspricht und diese verträgt).
- Kreatinin-Clearance <30 ml/min: 7,5 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28; ggf. 15 mg alle 48 h (an Tagen 1-21 von 28), falls 7,5 mg Kapseln nicht verfügbar sind).
- Dialysepatienten: 5 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28; am Dialysetag nach der Dialyse).
Indikation: Myelodysplastisches Syndrom
- Kreatinin-Clearance 30-<50 ml/min: initial 5 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28).
- Kreatinin-Clearance <30 ml/min: initial 2,5 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28).
- Dialysepatienten: initial 2,5 mg alle 24 h (an Tagen 1-21 von 28; am Dialysetag nach der Dialyse).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Lenalidomid-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert)
 
Referenzen
  1. REVLIMID® (lenalidomide) Product label (FDA)
  2. Chen N, Lau H, Kong L, Kumar G, Zeldis JB, Knight R, Laskin OL.. Pharmacokinetics of lenalidomide in subjects with various degrees of renal impairment and in subjects on hemodialysis. J Clin Pharmacol 2007;47:1466-75.
  3. Fachinformation REVLIMID, Stand September 2016
 
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Letzte Aktualisierung: 18.04.2017