Dosierung bei Niereninsuffizienz
Imipenem
 
Q0 * 0.3 Die Angaben beziehen sich auf gleichzeitige Gabe von Imipenem und Cilastatin [1-5].
HWZ ** 1 h [1-5].
UAW an der Niere und Harnwegen Imipenem / Cilastatin kann gelegentlich eine Erhöhung von Serum-Kreatinin und Blut-Harnstoff-Stickstoff, sowie selten Oligurie, Anurie, Polyurie und akutes Nierenversagen verursachen [5].
Renale Kontraindikation Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von <5 ml/min·1,73 m2 sollten Zienam 250/500 nur erhalten, wenn innerhalb von 48 Stunden eine Hämodialyse durchgeführt wird [5]
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
Hämodialysepatienten: Startdosis 1000 (+1000) mg; Erhaltungsdosis 500 (+500) mg alle 12 h [6]. Am Dialysetag möglichst nach Dialyse geben (wenn ein Timing mit Gabe nach Dialyse nicht möglich ist, sollte eine Zusatzdosis nach Dialyse erwogen werden).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Imipenem-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Imipenem / Cilastatin. Stand der Information: 6/2002. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  3. St Peter WL, Redic-Kill KA, Halstenson CE. Clinical pharmacokinetics of antibiotics in patients with impaired renal function. Clin Pharmacokinet 1992;22:169-210.
  4. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  5. Fachinformation Zienam 250/Zienam 500, Stand Juni 1999
  6. Czock D, Keller F. Antibiotikadosierung bei Dialysepatienten. Der Nephrologe 2014;9:477-87.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.07.2015