Dosierung bei Niereninsuffizienz
Hydroxycarbamid
 
Q0 * 0.54 [2-4].
HWZ ** 3.2 h [2,3].
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich wurden vorübergehende tubuläre Nierenfunktionsstörungen, die mit einer Erhöhung der Harnsäure, des Harnstoffs und des Kreatinins einhergehen, beobachtet [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Dialysepatienten war die systemische Clearance nach oraler Gabe auf 40% reduziert und die Halbwertszeit auf 6.5 Stunden verlängert [2]. Die Autoren empfehlen die Anwendung von Hydroxycarbamid nach der Hämodialyse.
Renale Kontraindikation Nicht beschrieben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Einige Autoren empfehlen die initiale Dosis bei GFR <60 ml/min zu halbieren [2].
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Hydroxycarbamid-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Syrea, Stand Juli 2005
  2. Yan JE, Ataga K, Kaul S, Olson JS, Grasela DM, Gothelf S, Kutlar A, Orringer E. The influence of renal function on hydroxyurea pharmacokinetics in adults with sickle cell disease. J Clin Pharmacol 2005;45:434-45.
  3. Rodriguez GI, Kuhn JG, Weiss GR, Hilsenbeck SG, Eckardt JR, Thurman A, Rinaldi DA, Hodges S, Von Hoff DD, Rowinsky EK. A bioavailability and pharmacokinetic study of oral and intravenous hydroxyurea. Blood. 1998;91:1533-41.
  4. Tracewell WG, Trump DL, Vaughan WP, Smith DC, Gwilt PR. Population pharmacokinetics of hydroxyurea in cancer patients. Cancer Chemother Pharmacol 1995;35:417-22.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011