Dosierung bei Niereninsuffizienz
Hydrochlorothiazid
 
Q0 * 0.05 [1].
HWZ ** 7 h [1].
Allgemeines Die Benutzung des Q0-Wertes zur Berechnung der Dosierung ist nicht sinnvoll, lässt aber das Ausmaß der Akkumulation abschätzen. Bei wesentlicher Einschränkung der Nierenfunktion (<30 ml/min) sind Thiazide und thiazidähnliche Diuretika oft nicht mehr oder nur in Kombination mit Schleifendiuretika diuretisch wirksam.
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: Reversibler Anstieg harnpflichtiger Substanzen (Kreatinin, Harnstoff).
Gelegentlich: Interstitielle Nephritis.
Bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolämie zur Hämokonzentration und in seltenen Fällen zu Konvulsionen, Benommenheit, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Chronische Einnahme von Thiaziden war ein Prädiktor für Nierenfunktionsverschlechterung bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Dies scheint insbesondere für diuretische Monotherapie zuzutreffen [4].
Studien bei Niereninsuffizienz In Patienten mit Diuretika-Resistenz (verstärkte distale Rückresorption) kann eine Gabe von Hydrochlorothiazid (25-100 mg) zusätzlich zu einem Schleifendiuretikum auch bei GFR <30 ml/min zu einer verstärkten Diurese führen [2-4].
Renale Kontraindikation Der Hersteller gibt an, dass Hydrochlorothiazid Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) nicht gegeben werden darf [1].
Akute Glomerulonephritis sowie Zustände mit verstärktem Kaliumverlust, z. B. Nephropathien mit Salzverlust und prärenale (kardiogene) Nierenfunktionsstörungen [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit GFR <30 ml/min ist Hydrochlorothiazid laut Hersteller kontraindiziert.
Wenn Hydrochlorothiazid zusätzlich zu einem Schleifendiuretikum gegeben wird ("Sequentielle Nephronblockade", auch bei GFR <30 ml/min wirksam) ist eine besonders engmaschige Kontrolle von Kreatinin und Kalium notwendig.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Esidrix. Stand November 2009
  2. Fliser D, Schroter M, Neubeck M, Ritz E. Coadministration of thiazides increases the efficacy of loop diuretics even in patients with advanced renal failure. Kidney Int 1994;46:482-8.
  3. Wollam GL, Tarazi RC, Bravo EL, Dustan HP. Diuretic potency of combined hydrochlorothiazide and furosemide therapy in patients with azotemia. Am J Med 1982;72:929-38.
  4. Jentzer JC, DeWald TA, Hernandez AF. Combination of loop diuretics with thiazide-type diuretics in heart failure. J Am Coll Cardiol 2010;56:1527-34.
 
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Letzte Aktualisierung: 06.03.2013