Dosierung bei Niereninsuffizienz
Glibenclamid
 
Q0 * 1 [1]
HWZ ** 6.5 h In der Literatur werden Werte zwischen 3 und 10 h aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ. [1]
Aktive Metaboliten 4-trans-hydroxyglibenclamid, 3-cis-hydroxyglibenclamid [2].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Niereninsuffizienz akkumulieren aktive Metaboliten und es besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Hypoglycämien [3,5].
Renale Kontraindikation Der Hersteller gibt an, dass Glibenclamid Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen nicht gegeben werden darf.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Wegen des Risikos schwerer Hypoglycämien sollte Glibenclamid bei Patienten mit Niereninsuffizienz vermieden werden. Bei einer GFR < 30 ml/min ist Glibenclamid kontraindiziert. Als mögliche Alternative kann Gliquidon erwogen werden [4].
 
Referenzen
  1. Haefeli WE. Pharmakokinetische/Toxikologische Daten. In: von Planta M, Herausgeber. Memorix, Innere Medizin. 4. Auflage. Chapman&Hall; 1996: S. 447-78.
  2. Rydberg T, J÷nsson A, R°der M, Melander A. Hypoglycemic activity of glyburide (glibenclamide) metabolites in humans. Diabetes Care. 1994;17:1026-30.
  3. Charpentier G, Riveline JP, Varroud-Vial M. Management of drugs affecting blood glucose in diabetic patients with renal failure. Diabetes Metab. 2000;26 Suppl 4:73-85.
  4. Hasslacher C, Wittmann W. [Severe hypoglycemia in diabetics with impaired renal function] Dtsch Med Wochenschr. 2003;128:253-6.
  5. Holstein A, Plaschke A, Hammer C, Egberts EH. Characteristics and time course of severe glimepiride- versus glibenclamide-induced hypoglycaemia. Eur J Clin Pharmacol 2003;59:91-7.
 
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Letzte Aktualisierung: 21.03.2014