Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gemfibrozil
 
Q0 * > 0.9 [1-3]
HWZ ** 2 h [1,2]
Aktive Metaboliten Carboxylmetabolit (M3, HWZ 20 h) [2].
Dieser wird unkonjugiert oder als Acylglucuronid im Urin ausgeschieden [6,7].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [2].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten "Eingeschränkte Nierenfunktion" ist ein Risikofaktor für Rhabdomyolyse bei gleichzeitiger Gabe von Gemfibrozil und einem HMG-CoA-Reduktase Hemmer [2].
Studien bei Niereninsuffizienz In Patienten mit Niereninsuffizienz war die Pharmakokinetik der Muttersubstanz nicht verändert [3].
In Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz war eine Monotherapie mit Gemfibrozil (1200 mg/d) wirksam [4].
In einer post-hoc Analyse (GFR 30-59,9 ml/min) hatte Gemfibrozil keinen signifikanten Einfluss auf den Nierenfunktionsverlust [5].
Renale Kontraindikation Schwere Niereninsuffizienz [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Gemfibrozil hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig.
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz sollte mit 900 mg/d begonnen werden.
Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) sollte Gemfibrozil nicht verwendet werden.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Fachinformation Gevilon, Stand Mai 2011
  3. Evans JR, Forland SC, Cutler RE. The effect of renal function on the pharmacokinetics of gemfibrozil. J Clin Pharmacol 1987;27:994-1000.
  4. Tonelli M, Collins D, Robins S, Bloomfield H, Curhan GC, Veterans' Affairs High-Density Lipoprotein Intervention Trial (VA-HIT) Investigators. Gemfibrozil for secondary prevention of cardiovascular events in mild to moderate chronic renal insufficiency. Kidney Int 2004;66:1123-30.
  5. Tonelli M, Collins D, Robins S, Bloomfield H, Curhan GC. Effect of gemfibrozil on change in renal function in men with moderate chronic renal insufficiency and coronary disease. Am J Kidney Dis 2004;44:832-9.
  6. Nakagawa A, Shigeta A, Iwabuchi H, Horiguchi M, Nakamura K, Takahagi H. Simultaneous determination of gemfibrozil and its metabolites in plasma and urine by a fully automated high performance liquid chromatographic system. Biomed Chromatogr 1991;5:68-73.
  7. Hermening A, Gräfe AK, Baktir G, Mutschler E, Spahn-Langguth H. Gemfibrozil and its oxidative metabolites: quantification of aglycones, acyl glucuronides, and covalent adducts in samples from preclinical and clinical kinetic studies. J Chromatogr B Biomed Sci Appl 2000;741:129-44.
 
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Letzte Aktualisierung: 28.01.2013