Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gadopentetsäure
 
Q0 * 0.1 [1,3]
HWZ ** 1.5 h [1,3]
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Fälle von nephrogener systemischer Fibrose (NSF) wurden berichtet [3].
Bei Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, die Gadopentetsäure erhielten, wurden häufig verzögerte und transiente entzündungsähnliche Reaktionen wie Fieber, Schüttelfrost und ein Anstieg des C-reaktiven Proteins beobachtet [3-5].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Auf Grund der einmaligen Applikation ist bei Patienten mit leichteren Nierenfunktionsstörungen eine Dosisreduktion nicht erforderlich.
Gadopentetsäure gehört zu den Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln mit hohem Risiko für das Auftreten einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF).
Vor der Verabreichung ist bei allen Patienten durch Laboruntersuchungen das Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung abzuklären.
Die Verwendung Gadolinium-haltiger Kontrastmittel mit hohem Risiko ist bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (GFR <30 ml/min) kontraindiziert.
Bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion (GFR 30-59 ml/min) soll eine einfache und möglichst niedrige Dosis angewendet werden. Die Anwendung eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels soll für mindestens 7 Tage nicht wiederholt werden.
Es gibt keine Belege, die dafür sprechen, bei bisher nicht dialysepflichtigen Patienten mit der Hämodialyse zu beginnen, um einer NSF vorzubeugen oder sie zu behandeln [2].
Bei Patienten mit GFR <30 ml/min sollte ein Gadolinium-haltiges Kontrastmittels mit zyklischer Struktur (Gadobutrol, Gadoteridol, Gadotersäure) erwogen werden.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Weitere/Archiv/2010/20100903.pdf
  3. Fachinformation Magnevist®, Stand September 2009
  4. Schieren G, Tokmak F, Lefringhausen L, van Bracht M, Perings C, Willers R, Günsel A, Kemper F, Wiesmüller GA, Rump LC. C-reactive protein levels and clinical symptoms following gadolinium administration in hemodialysis patients. Am J Kidney Dis. 2008;51:976-86.
  5. Steen H, Giannitsis E, Sommerer C, Bahner U, Brandl M, Merbach C, Merten C, Ritz E, Katus HA, Zeier M, Schwenger V. Acute phase reaction to gadolinium-DTPA in dialysis patients. Nephrol Dial Transplant. 2009;24:1274-7.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011