Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gadofosveset
 
Q0 * 0.16 [1,2].
HWZ ** 18.5 h [1,2].
Allgemeines Die Halbwertszeit von Gadofosveset wird bei mittelschwer bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion um Faktor 2-3 verlängert [1,2].
UAW an der Niere und Harnwegen Nach Applikation anderer Gd-haltiger Kontrastmittel bei Patienten mit Kreatinin-Clearancewerten < 30ml/min wurden nephrogene systemische Fibrosen beobachtet [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Hämodialyse: Gadofosveset ist durch Hämodialyse mit High-Flux-Filtern gut eliminierbar [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Auf Grund der einmaligen Applikation ist bei Patienten mit leichteren Nierenfunktionsstörungen eine Dosisreduktion nicht erforderlich.
Gadofosveset gehört zu den Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln mit mittlerem Risiko für das Auftreten einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF).
Es wird empfohlen, vor der Anwendung des Arzneimittels bei allen Patienten das Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung durch Labortests abzuklären.
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (GFR <30 ml/min) soll eine einfache und möglichst niedrige Dosis angewendet werden. Die Anwendung eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels soll für mindestens 7 Tage nicht wiederholt werden.
Es gibt keine Belege, die dafür sprechen, bei bisher nicht dialysepflichtigen Patienten mit der Hämodialyse zu beginnen, um einer NSF vorzubeugen oder sie zu behandeln [4].
Bei Patienten mit GFR <30 ml/min sollte ein Gadolinium-haltiges Kontrastmittels mit zyklischer Struktur (Gadobutrol, Gadoteridol, Gadotersäure) erwogen werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Vasovist®, Stand März 2007
  2. Henness S, Keating GM. Gadofosveset. Drugs 2006;66:851-7.
  3. Marckmann P, Skov L, Rossen K, Dupont A, Damholt MB, Heaf JG, Thomsen HS. Nephrogenic systemic fibrosis: suspected causative role of gadodiamide used for contrast-enhanced magnetic resonance imaging. J Am Soc Nephrol 2006;17:2359-62.
  4. http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Weitere/Archiv/2010/20100903.pdf
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011