Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gadodiamid
 
Q0 * 0.02 [1,2].
HWZ ** 70 min [1,2].
Allgemeines Fälle von nephrogener systemischer Fibrose wurden im Zusammenhang mit der Gabe von Gadodiamid u.a. bei schweren Nierenfunktionsstörungen (GFR unter 30 ml/min) beschrieben [1-5].
UAW an der Niere und Harnwegen Nephrotoxizität: Akutes Nierenversagen ist als seltene UAW beschrieben [1,2]. Weitere geringe GFR-Reduktionen ohne Anzeichen einer Nierentoxizität wurden bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR unter 10 ml/min) beobachtet [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Dialyseverfahren: Gadodiamid ist durch Hämodialyse eliminierbar [1,2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Auf Grund der einmaligen Applikation ist bei Patienten mit leichteren Nierenfunktionsstörungen eine Dosisreduktion nicht erforderlich.
Gadodiamid gehört zu den Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln mit hohem Risiko für das Auftreten einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF).
Vor der Verabreichung ist bei allen Patienten durch Laboruntersuchungen das Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung abzuklären.
Die Verwendung Gadolinium-haltiger Kontrastmittel mit hohem Risiko ist bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (GFR <30 ml/min) kontraindiziert.
Bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion (GFR 30-59 ml/min) soll eine einfache und möglichst niedrige Dosis angewendet werden. Die Anwendung eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels soll für mindestens 7 Tage nicht wiederholt werden.
Es gibt keine Belege, die dafür sprechen, bei bisher nicht dialysepflichtigen Patienten mit der Hämodialyse zu beginnen, um einer NSF vorzubeugen oder sie zu behandeln [6].
Bei Patienten mit GFR <30 ml/min sollte ein Gadolinium-haltiges Kontrastmittels mit zyklischer Struktur (Gadobutrol, Gadoteridol, Gadotersäure) erwogen werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Omniscan®, Stand Februar 2007
  2. Omniscan® Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz. Stand Februar 2007.
  3. Thomsen HS. Nephrogenic systemic fibrosis: A serious late adverse reaction to gadodiamide. Eur Radiol 2006;16:2619-21.
  4. Broome DR, Girguis MS, Baron PW, Cottrell AC, Kjellin I, Kirk GA. Gadodiamide-associated nephrogenic systemic fibrosis: why radiologists should be concerned. AJR Am J Roentgenol 2007;188:586-92
  5. Marckmann P, Skov L, Rossen K, Heaf JG, Thomsen HS. Case-control study of gadodiamide-related nephrogenic systemic fibrosis. Nephrol Dial Transplant 2007:in press.
  6. http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Weitere/Archiv/2010/20100903.pdf
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011