Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gabapentin
 
Q0 * 0.08 [1-3].
HWZ ** 6 h [3].
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Gabapentin kann selten akutes Nierenversagen verursachen [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Gabapentin ist effektiv dialysierbar [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Empfehlung(en) zur Dosierung:
Einschleichend dosieren (bei Niereninsuffizienz langsamer)
- CLkrea ≥80 ml/min: 300 mg alle 8 h (max. 1200 mg alle 8 h)
- CLkrea 50-<80 ml/min: 300 mg alle 12 h (max. 600 mg alle 8 h)
- CLkrea 30-<50 ml/min: 300 mg alle 24 h (max. 900 mg alle 24 h)
- CLkrea 15-<30 ml/min: 300 mg alle 48 h (max. 600 mg alle 24 h)
- CLkrea 7,5-<15 ml/min: 200 mg alle 48 h (max. 300 mg alle 24 h)
- CLkrea <7,5 ml/min: 100 mg alle 48 h (max. 300 mg alle 48 h)
- Hämodialyse-Patienten: 200 mg, nur nach Dialyse (max. 300 mg, nur nach Dialyse)
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Gabapentin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Blum RA, Comstock TJ, Sica DA, Schultz RW, Keller E, Reetze P, Bockbrader H, Tuerck D, Busch JA, Reece PA, et al.. Pharmacokinetics of gabapentin in subjects with various degrees of renal function. Clin Pharmacol Ther 1994;56:154-9.
  2. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  3. Fachinformation Neurontin®, Stand März 2010
 
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Letzte Aktualisierung: 25.02.2015