Dosierung bei Niereninsuffizienz
Amiodaron
 
Q0 * 1 [1-5]
HWZ ** 60 d In der Literatur werden Werte zwischen 20 und 100 Tage aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ [1-5].
Aktive Metaboliten N-Desethylamiodaron (DEA), Q0: Hoch (≥ 0.7), HWZ: 61 Tage [1-5]
Konzentration: Erreicht ähnliche Plasmakonzentrationen wie Amiodaron.
UAW an der Niere und Harnwegen Amiodaron kann erhöhte Kreatininwerte verursachen [5].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Selten: vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion [5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [5].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Amiodaron hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
Empfehlung(en) zur Dosierung:
Applikationsweg: Intravenös
- Startphase: Initial einmalig 300 mg über 30 Minuten, dann Dauerinfusion über 24 Stunden (z.B. 900 mg pro Tag).
- Monitoring: übliche kardiologische Überwachung
- Übergang zur Erhaltungsphase bei einer kumulativen Dosis von etwa 10 g
Applikationsweg: Per os
- Startphase: 200 mg alle 8 h (max. 400 mg alle 8 h)
- Monitoring: übliche kardiologische Überwachung
- Übergang zur Erhaltungsphase bei einer kumulativen Dosis von etwa 10 g
- Erhaltungsphase: 200 mg alle 24 h (max. 200 mg alle 8 h)
 
Referenzen
  1. Fachinformation Amiodarex ®, Stand Juli 2002
  2. Amiodarone. Stand der Information: 6/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  3. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  4. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  5. Fachinformation Cordarex, Stand September 2014
 
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Letzte Aktualisierung: 31.03.2015