Dosierung bei Niereninsuffizienz
Felbamat
 
Q0 * 0.5 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [3].
HWZ ** 18 h [1].
Aktive Metaboliten Aktivität der Metaboliten unklar. Intermediäre Metaboliten werden mit hepatotoxischen Reaktionen in Verbindung gebracht [5].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr selten: Kristallurie [2].
In mehreren Fallberichten wurde über Kristallurie und akute Nierenschädigung nach Felbamat-Intoxikation berichtet [4,8]; Kristallurie und Hämaturie wurden auch unter therapeutischen Dosen ohne Niereninsuffzienz beobachtet [7]. In einem Fallbericht wurde unter therapeutischen Dosierungen über Felbamathaltige Nierensteine berichtet [6].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit Kreatinin-Clearance 5-10 ml/min war die Arzneimittelclearance im Mittel auf 50 % reduziert und die Halbwertszeit von 19,2 auf 33,9 h verlängert [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Kreatinin-Clearance <50 ml/min sollte Felbamat nicht verwendet werden. Wenn bei klinischer Indikationsstellung dennoch eine Behandlung durchgeführt wird:
- Anfangsdosis reduzieren
- Anschließende Dosistitration besonders vorsichtig
- Monitoring: besonders engmaschig (Blutbild, Leberwerte, Kreatinin), Felbamatkonzentration.
Empfehlung(en) zur Dosierung:
CLkrea ≥50 ml/min:
- Startphase: 400 mg alle 8 h (oder 600 mg alle 12 h)
- Erhaltungsphase: 400 mg alle 8 h (oder 600 mg alle 12 h), (max. 1200 mg alle 8 h)
CLkrea ≥30-<50 ml/min:
- 400 mg alle 12 h
CLkrea ≥5-<30 ml/min:
- 300 mg alle 12 h
CLkrea <5 ml/min (noch keine Dialyse):
- Anwendung nicht empfohlen.
Hämodialyse-Patienten:
- 300 mg alle 12 h, am Dialysetag nach Dialyse geben.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Fachinformation TALOXA® 600, 600 mg, Tabletten, Stand Dezember 2014
  3. Glue P, Sulowicz W, Colucci R, Banfield C, Pai S, Lin C, Affrime MB. Single-dose pharmacokinetics of felbamate in patients with renal dysfunction. Br J Clin Pharmacol 1997;44:91-3.
  4. Rengstorff DS, Milstone AP, Seger DL, Meredith TJ. Felbamate overdose complicated by massive crystalluria and acute renal failure. J Toxicol Clin Toxicol 2000;38:667-9.
  5. Dieckhaus CM, Miller TA, Sofia RD, Macdonald TL. A mechanistic approach to understanding species differences in felbamate bioactivation: relevance to drug-induced idiosyncratic reactions. Drug Metab Dispos 2000;28:814-22.
  6. Sparagana SP, Strand WR, Adams RC. Felbamate urolithiasis. Epilepsia 2001;42:682-5.
  7. Parent X, Schieffer F. [Felbamate crystalluria]. Ann Biol Clin (Paris) 2010;68:609-13.
  8. Meier KH, Olson KR, Olson JL. Acute felbamate overdose with crystalluria. Clin Toxicol (Phila) 2005;43:189-92.
 
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Letzte Aktualisierung: 30.06.2016