Dosierung bei Niereninsuffizienz
Ertapenem
 
Q0 * 0.17 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [1,5]
HWZ ** 4.5 h [1,5]
Aktive Metaboliten Keine bekannt [1,5,6].
UAW an der Niere und Harnwegen Selten: Niereninsuffizienz, akutes Nierenversagen [6].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Niereninsuffizienz ist ein Risikofaktor für zerebrale Krampfanfälle unter Ertapenem [2,6]. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion und unter Hämodialyse gibt es Fallberichte mit länger andauernder Neurotoxizität trotz einer reduzierten Dosis von 500 mg pro Tag [4].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Halbwertszeit war bei hochgradiger Niereninsuffizienz auf 10,6 h und bei terminaler Niereninsuffizienz auf 14,1 h verlängert [1].
Die freie AUC war bei hochgradiger Niereninsuffizienz 3,4-fach und bei terminaler Niereninsuffizienz 5,95-fach erhöht [1].
Während einer 4 h Hämodialyse wurden 30% eliminiert [1,5,6].
Renale Kontraindikation Laut Hersteller darf Ertapenem bei Patienten mit Kreatinin-Clearance <30 ml/min nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit Verfügung stehen [6].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (GFR ≥30 ml/min) ist laut Hersteller keine Dosisanpassung notwendig.
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) ist Ertapenem laut Hersteller kontraindiziert.
Wenn bei klinischer Notwendigkeit dennoch eine Indikation gestellt wird, sollte eine Dosisanpassung erwogen werden.
- Manche Autoren empfehlen bei hochgradiger Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion auf 50% [1,5].
- Bei sehr niedriger GFR (GFR <15 ml/min) kann eine stärkere Dosisreduktion notwendig sein [4].
- Bei chronischen Dialysepatienten mit intermittierender Hämodialyse ist evtl. ein modifiziertes Schema von 1000 mg 3-mal pro Woche (jeweils nach Dialyse) möglich [8].
- In kritisch kranken Patienten, die mit Extended Daily Dialysis (EDD) oder kontinuierlichen Verfahren behandelt werden, ist evtl. die normale Dosis vertretbar [3,7].
 
Referenzen
  1. Mistry GC, Majumdar AK, Swan S, Sica D, Fisher A, Xu Y, Hesney M, Xi L, Wagner JA, Deutsch PJ. Pharmacokinetics of ertapenem in patients with varying degrees of renal insufficiency and in patients on hemodialysis. J Clin Pharmacol 2006;46:1128-38.
  2. Fica AE, Abusada NJ. Seizures associated with ertapenem use in patients with CNS disorders and renal insufficiency. Scand J Infect Dis 2008;40:983-5.
  3. Burkhardt O, Hafer C, Langhoff A, Kaever V, Kumar V, Welte T, Haller H, Fliser D, Kielstein JT. Pharmacokinetics of ertapenem in critically ill patients with acute renal failure undergoing extended daily dialysis. Nephrol Dial Transplant 2009;24:267-71.
  4. Wen MJ, Sung CC, Chau T, Lin SH. Acute prolonged neurotoxicity associated with recommended doses of ertapenem in 2 patients with advanced renal failure. Clin Nephrol 2012;xx:xx.
  5. Nix DE, Majumdar AK, DiNubile MJ. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of ertapenem: an overview for clinicians. J Antimicrob Chemother 2004;53 Suppl 2:ii23-8.
  6. Fachinformation INVANZ®, 1 g Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand November 2013
  7. Eyler RF, Vilay AM, Nader AM, Heung M, Pleva M, Sowinski KM, DePestel DD, Sörgel F, Kinzig M, Mueller BA. Pharmacokinetics of ertapenem in critically ill patients receiving continuous venovenous hemodialysis or hemodiafiltration. Antimicrob Agents Chemother 2014;58:1320-6.
  8. Geerlings CJ, de Man P, Rietveld AP, Touw DJ, Cohen Tervaert JW. A practical thrice weekly Ertapenem dosage regime for chronic hemodialysis patients? Clin Nephrol 2013;80:312.
 
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Letzte Aktualisierung: 21.10.2014