Dosierung bei Niereninsuffizienz
Amifostin
 
Q0 * > 0.9 [1,2].
HWZ ** 7.3 h [3].
Allgemeines Amifostin ist unwirksam (Prodrug), die angegebenen Werte beziehen sich auf den aktiven Metaboliten (dephosphoryliertes Amifostin).
Aktive Metaboliten WR 1065.
UAW an der Niere und Harnwegen Selten: Nierenversagen [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [1].
In einem Fallbericht eines anurischen Patienten wurden Dosen von 300mg zweimal wöchentlich gut vertragen [4].
Renale Kontraindikation Laut Hersteller sollte Amifostin auf Grund von fehlenden Daten nicht bei Patienten mit Niereninsuffizienz angewendet werden [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Laut Hersteller ist Amifostin bei Niereninsuffizienz (GFR <60 ml/min) kontraindiziert [1]. Bei strenger Indikationsstellung erscheint eine Gabe im Einzelfall als vertretbar.
Da der Q0-Wert von WR 1065 (aktiver Metabolit; Amifostin selbst ist nur ein Prodrug) hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen weitere renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Ethyol, Stand Juni 2008
  2. Spencer CM, Goa KL. Amifostine. A review of its pharmacodynamic and pharmacokinetic properties, and therapeutic potential as a redioprotector and cytotoxic chemoprotector. Drugs 1995;50:1001-31.
  3. Korst AEC, Eeltink CM, Cermorken JB, can der Vijgh WJF. Pharmacokinetcs of amifostine and its metabolites in patients. Eur J Cancer 1997;33:1425-9.
  4. Zingraff J, Bourdeau A, Clair F, Kindermans C, Buisson C, Manganella G, Sachs C, Drueke T. Hypocalcaemic effect of WR-2721, S-2(3-aminopropylamino)ethyl-phosphorthioic acid in an anuric haemodialysis patient. Nephrol Dial Transplant 1987;2:48-52.
 
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Letzte Aktualisierung: 13.11.2013