Dosierung bei Niereninsuffizienz
Doxorubicin
 
Q0 * 0.83 [1,5,8].
HWZ ** 48 h [4,8].
Aktive Metaboliten Doxorubicinol.
UAW an der Niere und Harnwegen Hyperurikämie und Harnsäurenephropathie als Folge eines Tumorzellzerfalls, akutes Nierenversagen [2].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [2].
Studien bei Niereninsuffizienz In Hämodialysepatienten (n=5) war die Clearance von Doxorubicin auf 58% und die scheinbare Clearance von Doxorubicinol auf etwa 32% reduziert. Beides war nicht in relevantem Umfang dialysierbar [5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Doxorubicin hoch ist, erscheint eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion als nicht notwendig [3,6,7].
Allerdings gibt es pharmakokinetische Daten, dass die Clearance von Doxorubicin bei terminaler Niereninsuffizienz reduziert und die Exposition dementsprechend erhöht ist.
Der Hersteller empfiehlt bei GFR <10 ml/min eine Dosisreduktion auf 75% der Dosis [2,8]. Dabei ist das Risiko von Nebenwirkungen gegen das Risiko eines unzureichenden Effektes abzuwägen.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Fachinformation Caelyx, Stand Dezember 2007
  3. Aronoff GR, Bennett WM, Berns JS, Brier ME, Kasbekar N, Mueller BA, Pasko DA, Smoyer WE. Drug Prescribing in Renal Failure - Dosing Guidelines for Adults and Children. 5th ed. Philadelphia. American College of Physicians 2007
  4. Li YF, Fu S, Hu W, Liu JH, Finkel KW, Gershenson DM, Kavanagh JJ. Systemic anticancer therapy in gynecological cancer patients with renal dysfunction. Int J Gynecol Cancer 2007;17:739-763.
  5. Yoshida H, Goto M, Honda A, Nabeshima T, Kumazawa T, Inagaki J, et al. Pharmacokinetics of doxorubicin and its active metabolite in patients with normal renal function and in patients on hemodialysis. Cancer Chemother Pharmacol 1994;33:450-4.
  6. Lichtman SM, Wildiers H, Launay-Vacher V, Steer C, Chatelut E, Aapro M. International Society of Geriatric Oncology (SIOG) recommendations for the adjustment of dosing in elderly cancer patients with renal insufficiency. Eur J Cancer 2007;43:14-34.
  7. Janus N, Thariat J, Boulanger H, Deray G, Launay-Vacher V. Proposal for dosage adjustment and timing of chemotherapy in hemodialyzed patients. Ann Oncol 2010;21:1395-403.
  8. Fachinformation Doxo-cell, Stand März 2001
 
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Letzte Aktualisierung: 28.04.2011