Dosierung bei Niereninsuffizienz
Danaparoid
 
Q0 * 0.5 Geschätzter Wert [2].
HWZ ** 25 h Bezogen auf die Anti-Xa-Aktivität [1].
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Eliminationshalbwertszeit von Danaparoid bei Hämodialysepatienten beträgt ca. 30 Stunden [3].
Kontinuierliche Hämofiltration:
3500 Einheiten Danaparoid als Bolusinjektion und kontinuierliche Infusion von 100 Einheiten Danaparoid pro Stunde führte innerhalb der ersten zwei Stunden nach Bolusinjektion zu leicht erhöhter Anti-Xa Aktivität, wohingegen 12 Stunden nach Bolusinjektion die Anti-Xa Aktivität unter den Zielbereich fiel (trotz kontinuierlicher Infusion). Lediglich im Zeitraum von 2-12 Stunden nach Bolusinjektion wurde der Zielbereich von 0,5 - 0,7 Anti-Xa-Einheiten/ml erreicht [4].
Intermittierende Hamödialyse:
Eine Auswertung von 122 Fallberichten zeigte, dass die Mehrheit der Patienten lediglich einen Danaparoid-Bolus von 1250-5000 Einheiten vor der Hämodialyse erhielten. Nur 16 Patienten erhielten neben einer Loading-Dose von 500-3750 Einheiten Danaparoid noch eine kontinuierliche Infusion von 150-250 Einheiten pro Stunde. Alle HIT Patienten, die unter Danaparoid ein neues thrombolisches Ereignis entwickelten, waren ausschließlich mit einem Danaparoid-Bolus therapiert und nicht mit einer kontinuierlichen Infusion. Der Autor schlussfolgert, dass der Einsatz einer kontinuierlichen Infusion die Wirksamkeit von Danaparoid weiter steigert [5].
Renale Kontraindikation Schwere Niereninsuffizienz, außer bei fehlender therapeutischer Alternative bei HIT II [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei GFR <50 ml/min sollte Danaparoid nur unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen (Dosisanpassung nach Anti-Xa Aktivität) angewendet werden.
Intermittierende Hämodialyse:
3750 Einheiten Danaparoid i.v. als Bolus vor den ersten beiden Hämodialysen. Die folgenden Dosen werden nach Anti-Xa Aktivität angepasst.
Ziel-Anti-Xa Aktivität während Dialyse: 0,5 - 0,8 Anti-Xa-Einheiten/ml.
Kontinuierliche Hämodialyse und Hämofiltration:
Entspricht dem Dosierungsschema zur Behandlung von Thrombosen: Die Dosierung beträgt 2250 Anti-Xa-Einheiten (1500 Anti-Xa-Einheiten für Patienten unter 55kg Körpergewicht, 3750 Anti-Xa-Einheiten für Patienten über 90kg Körpergewicht) i.v. als Bolus. Gefolgt von einer i.v.-Infusion von 400 Anti-Xa-Einheiten/h über 4 Stunden, 300 Anti-Xa-Einheiten/h über weitere 4 Stunden und anschließend einer Erhaltungsinfusion von 150-200 Anti-Xa-Einheiten/h [1].
Die angestrebte Anti-Xa Aktivität ist ≤1,0 Anti-Xa-Einheiten/ml 5-10 Minuten nach dem Bolus und 0,5 - 0,8 Anti-Xa-Einheiten/ml während der Erhaltungstherapie [1].
 
Referenzen
  1. Fachinformation Orgaran. Stand April 2008
  2. Danhof M, de Boer A, Magnani HN, Stiekema JC. Pharmacokinetic considerations on Orgaran (Org 10172) therapy. Haemostasis 1992;22:73-84.
  3. Polkinghorne KR, McMahon LP, Becker GJ. Pharmacokinetic studies of dalteparin (Fragmin), enoxaparin (Clexane), and danaparoid sodium (Orgaran) in stable chronic hemodialysis patients. Am J Kidney Dis 2002;40:990-5.
  4. de Pont AC, Hofstra JJ, Pik DR, Meijers JC, Schultz MJ. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of danaparoid during continuous venovenous hemofiltration: a pilot study. Crit Care 2007;11:R102.
  5. Magnani HN. A review of 122 published outcomes of danaparoid anticoagulation for intermittent haemodialysis. Thromb Res 2010;125:e171-6.
 
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Letzte Aktualisierung: 18.08.2011