Dosierung bei Niereninsuffizienz
Dacarbazin
 
Q0 * 0.65 [1].
HWZ ** 2 h [1,3].
Aktive Metaboliten Methyltriazenoimidazole-carboxamide (MTIC, entsteht durch Aktivierung von Dacarbazin durch Cytochrom P450 Enzyme) [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Selten: Störung der Nierenfunktion mit Anstieg der harnpflichtigen Substanzen [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit einer kombinierten Nieren- und Leberfunktionsstörung ist die Elimination von Dacarbazin verzögert [1].
Renale Kontraindikation Dacarbazin ist kontraindiziert bei schwerwiegender Nierenerkrankung.
Bei Anzeichen einer Funktionsstörung der Nieren unter laufender Therapie ist diese sofort abzubrechen [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden.
Laut Hersteller ist bei leichter bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion (und normaler Leberfunktion) keine Dosisanpassung nötig. Bei schwerwiegender Nierenerkrankung ist die Gabe von Dacarbazin kontraindiziert [1].
Experten empfehlen bei Bedarf eine Dosisanpassung in folgendem Rahmen [2]:
Clcr 46-60 mL/minute: 80% der Dosis
Clcr 31-45 mL/minute: 75% der Dosis
Clcr <30 mL/minute: 70% der Dosis
Bei Verschlechterung der Nierenfunktion unter laufender Therapie sollte die Gabe von Dacarbazin abgebrochen werden [1].
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Dacarbazin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Detimedac, Medac GmbH, Stand Juli 2006
  2. Kintzel PE and Dorr RT. Anticancer Drug Renal Toxicity and Elimination: Dosing Guidelines for Altered Renal Function. Cancer Treat Rev 1995;1:33-64.
  3. Buesa JM, Urrechaga E. Clinical pharmacokinetics of high-dose DTIC. Cancer Chemother Pharmacol 1991; 28: 475-9.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011