Dosierung bei Niereninsuffizienz
Codein
 
Q0 * 0.9 [1,2].
HWZ ** 4 h [1,2].
Aktive Metaboliten Morphin, Morphin-6-Glucuronid, Norcodein [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Harnverhalt [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann das Risiko für Morphin-Nebenwirkungen erhöht sein [1].
Dies gilt insbesondere für CYP2D6 Schnellmetabolisierer [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Dialysepatienten war die Codein-Clearance von 15 auf 11 ml/min/kg reduziert (bei n=6 statistisch nicht signifikant). Die Halbwertszeit war von 4 auf 18.7 h verlängert. Die Exposition mit Morphin-Glucuronid war 6-fach erhöht [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Obwohl der Q0-Wert von Codein hoch ist, ist wegen der Bildung eines vorwiegend renal eliminierten aktiven Metaboliten bei eingeschränkter Nierenfunktion Vorsicht geboten.
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz sollte Codein vermieden werden [4].
 
Referenzen
  1. Codicaps mono. Stand der Information: August 2008.
  2. Guay DR, Awni WM, Findlay JW, Halstenson CE, Abraham PA, Opsahl JA, Jones EC, Matzke GR. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of codeine in end-stage renal disease. Clin Pharmacol Ther. 1988;43:63-71.
  3. Gasche Y, Daali Y, Fathi M, Chiappe A, Cottini S, Dayer P, Desmeules J. Codeine intoxication associated with ultrarapid CYP2D6 metabolism. N Engl J Med. 2004;351:2827-31.
  4. Davison SN. The prevalence and management of chronic pain in end-stage renal disease. J Palliat Med. 2007;10:1277-87.
 
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Letzte Aktualisierung: 28.04.2011