Dosierung bei Niereninsuffizienz
Chlorambucil
 
Q0 * etwa 1.0 [2].
HWZ ** 1.5 h [1].
Aktive Metaboliten Es wird ein aktiver Metabolit (Phenylessigsäurelost) gebildet. HWZ: 2 h.
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr selten amikrobielle Zystitis [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Erhöhtes Risiko einer durch Chlorambucil bedingten Anämie oder Urämie.
Patienten mit Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion sorgfältig überwachen, da bei diesen Patienten zusätzlich eine Knochenmarkschädigung in Verbindung mit einer Azotämie auftreten kann [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Chlorambucil hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
Zwar gibt der Anbieter an, dass auf Basis der pharmakokinetischen Daten eine Dosisanpassung für nicht erforderlich gehalten wird. Dennoch sollte Chlorambucil nur nach sorgfältiger Betrachtung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden, da keine aussagekräftigen klinischen Studien an Patienten mit Nierenfunktionsstörungen vorliegen [1]. Da bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ein erhöhtes Risiko für Myeolosuppression besteht, sollte darauf unter Therapie sorgfältig kontrolliert werden [2].
 
Referenzen
  1. Fachinformation Leukeran® 2mg Filmtbl., Stand September 2006
  2. Lichtman SM, Wildiers H, Launay-Vacher V, Steer C, Chatelut E, Aapro M. International Society of Geriatric Oncology (SIOG) recommendations for the adjustment of dosing in elderly cancer patients with renal insufficiency. Eur J Cancer 2007;43:14-34.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011