Dosierung bei Niereninsuffizienz
Cetirizin
 
Q0 * 0.3 [1].
HWZ ** 10 h [2].
Aktive Metaboliten Cetirizin ist ein racemisches Gemisch. Aktive Substanz ist das L-Enantiomer [3]. Die Elimination erfolgt stereoselektiv [5].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr selten: Dysurie, Enuresis [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei terminaler Niereninsuffizienz war die Arzneimittel-Clearance im Mittel auf 30% reduziert und die Halbwertszeit dreifach verlängert. Durch eine Hämodialyse werden nur etwa 9,4% des Arzneimittels eliminiert [1,4].
Renale Kontraindikation Laut Hersteller kontraindiziert bei schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance <10 ml/min [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Der Hersteller empfiehlt
- GFR ≥50 ml/min: 10 mg einmal pro Tag
- GFR 30-49 ml/min: 5 mg einmal pro Tag
- GFR 10-29 ml/min: 5 mg einmal alle 2 Tage.
Laut Hersteller ist eine Gabe bei GFR <10 ml/min kontraindiziert.
Einige Autoren empfehlen eine Dosis von 3 x 5 mg / Woche bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz [4].
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Cetirizin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Aronoff GR (Editor). Drug Prescribing in Renal Failure. Fifth Edition.
  2. Awni WM, Yeh J, Halstenson CE, Opsahl JA, Chung M, Matzke GR. Effect of haemodialysis on the pharmacokinetics of cetirizine. Eur J Clin Pharmacol. 1990;38:67-9.
  3. Fachinformation Cetirizin HEXAL, Stand November 2012
  4. Noiri E, Ozawa H, Fujita T, Nakao A. Pharmacokinetics of cetirizine in chronic hemodialysis patients: multiple-dose study. Nephron. 2001;89:101-4.
  5. Strolin Benedetti M, Whomsley R, Mathy FX, Jacques P, Espie P, Canning M. Stereoselective renal tubular secretion of levocetirizine and dextrocetirizine, the two enantiomers of the H1-antihistamine cetirizine. Fundam Clin Pharmacol 2008;22:19-23.
 
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Letzte Aktualisierung: 16.07.2013