Dosierung bei Niereninsuffizienz
Cefotiam
 
Q0 * 0.3 [1,6]
HWZ ** 1 h [1,2]
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich Verschlechterung der Nierenfunktion, gehäuft bei Patienten mit nephrotoxischer Komedikation oder vorbestehender Nierenschädigung [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Hämofiltration: Etwa 50% des Cefotiams wird in einem Dosierungsintervall eliminiert [3,4].
Hämodialyse: Cefotiam wird gut hämodialysiert. Bei Patienten, die regelmäßig hämodialysiert werden, sollte nach dem Dialysevorgang die gleiche Initialdosis wie bei Nierengesunden verabreicht werden [1,5]. Zwischen den Dialysen sollten die halben Erhaltungsdosen gegeben werden [5].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Cefotiam-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Rouan MC, Lecaillon JB, Guibert J, Modai J, Schoeller JP. Pharmacokinetics of cefotiam in humans. Antimicrob Agents Chemother 1985;27:177–80.
  2. Fachinformation Spizef®, Stand August 2002
  3. Evers J, Borner K, Koeppe P. Cefotiam during continuous haemofiltration. Eur J Clin Pharmacol 1993;44:509-10.
  4. Alonso IG, Marino EL, Dominguez-Gil A, Tabernero JM. Pharmacokinetics of cefotiam during hemofiltration. Int J Clin Pharmacol Ther Toxicol 1986;24:359-61.
  5. Brogard JM, Jehl F, Willemin B, Lamalle AM, Blickle JF, Monteil H. Clinical pharmacokinetics of cefotiam. Clin Pharmacokinet 1989;17:163-74.
  6. Alonso IG, Marino EL, Dominguez-Gil A. Pharmacokinetics of cefotiam after i.v. administration to healthy volunteers. Int J Pharm 1984;19:345-8.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011