Dosierung bei Niereninsuffizienz
Cefepim
 
Q0 * 0.15 [1]
HWZ ** 2 h [2]
Aktive Metaboliten Keine bekannt [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Erhöhung des Serum-Kreatinins.
Unbekannte Häufigkeit: Nierenversagen, toxische Nephropathie [2].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Während der Überwachung nach Markteinführung sind folgende schwere Nebenwirkungen berichtet worden: reversible Enzephalopathie (Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit, Halluzinationen, Stupor und Koma), Myoklonus, Krampfanfälle (auch mit nicht konvulsivem Status epilepticus). Die meisten Fälle traten bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion auf, die Dosen erhielten, die oberhalb der Empfehlungen lagen. Im Allgemeinen gingen die neurotoxischen Symptome nach dem Absetzen von Cefepim und/oder nach Hämodialyse zurück, jedoch gab es einige Fälle mit tödlichem Ausgang [2,4].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit Nierenversagen war die Halbwertszeit von 2 auf 13 Stunden verlängert [2].
Cefepim ist effektiv dialysierbar. Nach 3h Hämodialyse sind ca. 68% eliminiert [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Der Hersteller empfiehlt eine Dosisanpassung ab einer Kreatinin-Clearance unter 50 [2] bzw. unter 60 [3] ml/min.
Schwere Infektionen:
- Standard: 2g alle 12h
- GFR 30-50(-60): 2g alle 24h
- GFR 11-29: 1g alle 24h
- GFR <11: 0,5g alle 24h
- Hämodialyse: Startdosis 1g, Erhaltungsdosis 0,5g alle 24h (am Dialysetag nach Dialyse)
- CAPD: 1g alle 48h [2]
- CAPD: 2g alle 48h [3]
Sehr schwere Infektionen:
- Standard: 2g alle 8h
- GFR 30-50(-60): 2g alle 12h
- GFR 11-29: 2g alle 24h
- GFR <11: 1g alle 24h
- Hämodialyse: Startdosis 1g, Erhaltungsdosis 1g alle 24h (am Dialysetag nach Dialyse)
- CAPD: 2g alle 48h
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Cefepim-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Fachinformation Maxipime, Stand April 2011
  3. Cefepime, Drug label der FDA, Stand Oktober 2011.
  4. Sonck J, Laureys G, Verbeelen D. The neurotoxicity and safety of treatment with cefepime in patients with renal failure. Nephrol Dial Transplant 2008;23:966-70.
 
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Letzte Aktualisierung: 09.07.2012